TV-Tipp: "Lost in Music - Hip Hop Hooray!" Montag 27. Okt. um 1.10 Uhr im ZDF
Dokumentarisches Pop-Magazin über die Hip Hop-Szene 1993 in Deutschland am historischen Scheideweg zwischen
Kommerzialisierung und den Wurzeln von Rap, DJing Breakdance und Graffiti. Ein Zeitdokument, das den Entwicklungssprung zum deutschsprachigen Rap festhält und eine vielstimmige Innensicht einer Kultur im Aufbruch bietet.
Inhalt
„Lost in Music: Hip Hop Hooray!” dokumentiert den “State of the Art” der Hip Hop Kultur in Deutschland im Jahre 1993 und deren rasante Entwicklung. Nach den Anfängen in der Sprache der US-Vorbilder beginnt sich deutschsprachiger Rap gegen alle Widerstände durchzusetzen. Die „Fantastischen Vier“ haben die Charts geknackt und den Weg geebnet, werden aber von vielen aus der Szene als Pop- Rap abgetan.
Der Weg zu professionelleren Konzerten statt selbstorganisierter „Jams“, zu Hip Hop als Beruf und Geschäft wird von Managern gefordert und den Musik-Majors betrieben. Eine Szene im Aufbruch steht am Scheideweg zwischen Kommerzialisierung und der Treue zu Werten und Wurzeln der Hip Hop-Kultur. „Lost in Music: Hip Hop Hooray“ stellt vor Ort zahlreiche Protagonisten aus Rap, Djing, Breakdance und Graffiti vor.
Bei Jams und Konzerten, in Aufnahmestudios und bei Spray-Aktionen kommt es zu Begegnungen mit „alten Bekannten“ wie Eissfeld (= Jan Delay), den „Absoluten Beginnern“, Szenepionier Torch mit „Advanced Chemistry“ und vielen weiteren.
In stilistisch avancierten Beiträgen werden Geschichte, Hintergründe und Themen der Kultur vorgestellt: z.B. die Entwicklung des amerikanischen Hip Hop von den Anfängen der „Old School“ in den 70er-Jahren der Bronx bis zum Westcoast- Gangster Rap der 90er. Z.B. Scratching, Sampling und der Turntable als Instrument. Z.B. Graffiti-Writing auf Mauern und Zügen als Videoinstallation. Z.B. Entwicklung, Kleidung und akrobatische Standards des „B-Boying“, auch als Breakdance bekannt.
In deutschem Sprechgesang wird sich mit eigenen Lebensumständen auseinandergesetzt und Stellung bezogen zu aktuellen gesellschaftlichen Ereignissen. Oder es wird lustvoll dem „Battle“- Prinzip des Hip Hop gefolgt, mit seinen Fertigkeiten andere im Wettkampf zu übertrumpfen.
Die Szene tritt kämpferisch gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus auf. Viele ihrer Mitglieder wissen genau, wovon sie sprechen, da sie als Kinder zugewanderter Ausländer selbst Ausgrenzung erfahren haben. So thematisiert die Rap-Gruppe „Advanced Chemistry“ in ihrem Hit „Fremd im eigenen Land“ die Frage nach der Identität deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund, die immer noch als Ausländer angesehen werden.
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