Review Soul von "Nazz"
Talentierter Female-MC im Zwiespalt zwischen Traditionalismus und Eigenständigkeit
Mit über 15 Jahren Erfahrung kann die Siegener Rapperin auftrumpfen, die erst jetzt im ersten Soloalbum aufgehen. Über 50 Songs wurden aufgenommen, die besten 21 haben es auf "Soul" geschafft, das sich durch seine nachdenklichen Tracks kennzeichnet, durch einige Battle-Tracks aber Ausgleich bietet.
Der Anfang gerät trotzdem etwas holprig: Der Titeltrack baut auf einem Prinzip auf, das man so schon bei vielen Liedern dieser Art gehört hat. "Das ist" plus Titelname und danach ganz viele Vergleiche mit diesem ist bei Nazz nichtsdestotrotz gelungen. Bei einigen anderen Anspielpunkten macht sich dieses Schielen auf bewährte Prinzipien ebenfalls bemerkbar, der weibliche Teil des Duos Nazz'n'Tide wehrt sich aber auch hier stark dagegen, langweilig zu klingen und reißt den Kahn immer wieder in ihre Richtung.
Voll aufdrehen kann sie aber erst bei losgelösten Konzepten und Tracks, die tieferen Einblick gewähren: Besonders herausstechend ist in diesem Fall die Zusammenarbeit mit Donato, zu der Beatbauer Mikosbeatz ein völlig ungewöhnliches, orientalisches Brett beiträgt. Zwei Rapper, die sich so treffend ergänzen, kriegt man selten zu hören.
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